KRAFT UND BALANCE

Die Praxis für Physiotherapie
in Oldenburg

 

eMail: info[at]kraftundbalance.de

Spiegeltherapie

Was ist Spiegeltherapie?

Wie schon der Name verrät, wird hier mit einem Spiegel therapiert, der auf einem Tisch so platziert ist, dass der Patient, der z. B. in Folge eines Schlaganfalls eine schwere Lähmung seines rechten Arms hat und diesen nicht mehr bewegen kann, nur seinen gesunden linke Arm im Spiegel vor dem Spiegel liegen hat, der betroffene Arm jedoch hinter dem Spiegel verdeckt abgelegt ist.

Durch die Spiegelung der gesunden Seite hat der Patient,  bekommt der Patient die Sensation, dass auch sein anderer Arm bei der Aufforderung diesen zu bewegen, schmerzfrei und ohne motorische Schwierigkeit zu bewegen ist.

Wissenschaftliche Untersuchungen seit 1999 haben gezeigt, dass es bei dieser Beobachtung durch den Patienten zu einer Aktivierung kortikaler (auf der Hirnrinde befindlicher) Abschnitte kommt, die für Bewegung mitverantwortlich sind. Die Betrachtung gespiegelter Fingerbewegung führt darüber hinaus zu einer erhöhten muskulären Erregbarkeit: allein auch dann, wenn die Hand zwar nicht bewegt werden kann, aber eine Aktivität durch den Spiegel assoziiert wird.

Wer kann von Spiegeltherapie profitieren?

  • Patienten mit Amputationen  und qualvollen Phantomschmerzen. Diese werden dann verursacht, wenn die Empfindungen des nicht mehr vorhandenen Arms durch andere Zentren im Gehirn als Schmerzinformationen ersetzt werden. Im Gehirn wird durch die Spiegelung eine Erinnerung an die fehlende Extremität erreicht.
  • Patienten mit Schlafanfällen und Lähmung oder Wahrnehmungsstörung der betroffenen Extremität. Die genauen Mechanismen der Wirkung von Spiegeltherapie sind noch nicht vollständig geklärt. Man weiß, dass im Gehirn das System der Spiegelneurone aktiviert wird, das für das Beobachten und Imitieren von Bewegung im menschlichen Gehirn zuständig ist. Kann man seinen Arm über längere Zeit selbst nicht benutzen, erlernt das Gehirn einen  Nichtgebrauch,  was wiederum dazu führt, dass die Repräsentation im Gehirn immer mehr abnimmt. (Nach dem Motto: Was man nicht nutzt, verlernt man).
  • Patienten mit einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (engl. abgekürzt CRPS) früher unter der Bezeichnung M. Sudeck bekannt.  Auch hier soll das Gehirn lernen, dass der betroffene Arm wieder als schmerzfrei erlebt werden kann.

Spiegeltherapie ist jedoch keine alleinige Therapieform, sondern sie findet ihren Einsatz und Wirkung mit anderen Therapien.